Howto: Bastel dir eine CONTOSO-artige virtuelle Maschine (Teil 2)

Nachdem wir im ersten Teil eine VM mit Windows Server als Domänencontroller aufgesetzt hatten, werden jetzt noch die benötigten Komponenten für ein lauf- und vor allem entwicklungsfähiges AX 2012 hinzugefügt.

Versionen und Lizenzen

Ich kann sozusagen aus dem Vollen schöpfen, was die Auswahl der Versionen der einzelnen Produkte angeht, nachdem ich mit einem MSDN-Abonnement ausgestattet bin. Hat man dieses Privileg nicht, so muss man sich entsprechend eben an die Produkte und Versionen halten, die man zur Verfügung hat – der Ablauf bleibt der gleiche. Die Kompatibilitäten sind im Dokument Microsoft Dynamics AX 2012 System Requirements, das nur auf Englisch verfügbar und zum Download bereitsteht.

SQL Server

Als nächstes installieren wir einen SQL Server – ich nehme aktuell SQL Server 2014 Standard Edition dafür. Bei der Auswahl der Komponenten verfahre ich dabei gerne ein bisschen mit der Gießkanne und deselektiere lediglich die Reporting Services for SharePoint und installiere alle anderen Komponenten. Die Integration Services z. B. benötigt man später für den Einsatz von DIXF (Data Import Export Framework). Im Installations-Wizard kommt man größtenteils mit den Standardwerten aus. An der Stelle, an der die Dienstkonten definiert werden, verwende ich in einem solchen Fall – ganz CONTOSO-like und quick and dirty – den Administrator-Account (in meinem Fall also AXILITY\Administrator). Im „echten Leben“ würde man hier und an allen anderen Stellen natürlich dedizierte Service-Accounts anlegen!

Visual Studio

Visual Studio 2013Um in AX 2012 entwickeln zu können, wird zwingend ein Visual Studio benötigt, das später mit den entsprechenden AX-Erweiterungen versehen wird. Im Beispiel verwende ich Visual Studio 2013 Professional und bin auch da nicht sparsam mit zu installierenden Features.

Office

Natürlich darf für eine Installation von AX ein Office-Paket nicht fehlen, ich installiere dafür ein komplettes Office 2013 Professional und verwende dabei einfach die vorgeschlagenen Einstellungen.

Windows-Updates

Windows UpdateBevor man jetzt zum AX-Installer kommt, ist es eine gute Idee, die schon vorhandenen Komponenten auf den neusten Stand zu bringen. Das kann man mit Hilfe von Windows Update und der Einstellung, dass neben Windows selbst auch weitere Produkte von Microsoft aktualisiert werden, ganz einfach bewerkstelligen.

AX

Jetzt kommen wir auch schon zur eigentlichen Installation von AX. Zunächst schafft man ein Installationsmedium, das auf Microsoft Dynamics AX 2012 R3 basiert und das aktuellste Cumulative Update – CU9 – bereits beinhaltet.

Slipstream CU9

Slipstream Cumulative UpdateDazu nimmt man einfach die Abbilddatei (.iso-Image) für R3 aus dem PartnerSource oder CustomerSource und entpackt diese mit einem geeigneten Tool wie WinRAR. Aus dem LCS lädt man dann CU9 als Slipstream-Version herunter und integriert dieses im Verzeichnis Updates des Installers. Das wars, das Ergebnis lässt sich verwenden, um direkt AX 2012 R3 CU9 zu installieren.

Aufruf und Reihenfolge Installation

Beim entpackten Installationsmedium muss man darauf achten, keine zu großen Pfadtiefen zu erzeugen. Ich lege die Ordnerstruktur deshalb z. B. nach C:\Temp und achte darauf, dass der Ordner des CU keinen langen Namen hat (CU9). Starten lässt sich der Installer über die setup.exe. Man sollte diese explizit mit administrativen Rechten ausführen (Rechtsklick und Run as administrator). Möglicherweise fragt Windows nach der Anwendung, mit der die .exe ausgeführt werden soll. Dabei dann dringend den HTML Application host auswählen (und ggf. als Standard markieren) und dazu das sich öffnende Setup-Fenster dann schließen und die setup.exe nochmals ausführen! Ich gehe nicht weiter auf die Voraussetzungen (Prerequisites) für die einzelnen Komponenten ein, das ist alles gut unterstützt (Configure und / oder Download-Links) oder dokumentiert. Man durchläuft den Installationsprozess am besten drei Mal und in folgender Reihenfolge:

  1. Datenbank
  2. Application Object Server (AOS)
  3. Client und Development Tools

Als Service-Account kommt wiederum der Einfachheit halber AXILITY\Administrator zum Einsatz. Die Adresse ist für SQL Server (bei der Datenbankinstallation) und Datenbank (bei der Installation des AOS) eben der lokale Name der Maschine – in meinem Fall axilityR3CU9.

Initialisierungs-Checkliste

Nachdem die Komponenten alle installiert wurden, startet man den Client (z. B. über die Desktop-Verknüpfung, die man optional vorher anlegen lassen konnte). Es sollte die sog. Initialization checklist aufpoppen, die auch zwingend der Reihe nach abzuarbeiten ist. Vor allem das Kompilieren der Applikation wird einiges an Zeit in Anspruch nehmen, hier sollte man nicht davor sitzen und auf das Ende des Ganzen warten. Ganz am Ende verzichtet man darauf, eine neue Company und andere Stammdaten anzulegen, wenn man später ohnehin noch Daten einlesen möchte.

Test Data Transfer Tool

Test Data Transfer Tool Download LCSMit Hilfe des Test Data Transfer Tool werden die CONTOSO Demo-Daten eingespielt. Das TDTT ist aktuell in Lifecycle Services zu finden. Nachdem man es heruntergeladen und installiert (mit Standardwerten) hat, öffnet man die Entwicklungsumgebung von AX und importiert dort aus dem Installationsverzeichnis des Test Data Transfer Tool einen kleinen Job in Form eines xpo (über Befehl / Importieren):
C:\Program Files (x86)\Microsoft Dynamics AX 2012 Test Data Transfer Tool (Beta)\MetadataXMLGenerator.xpo
Diesen führt man dann auch prompt aus im AOT (öffnen mit Doppelklick und den grünen Pfeil im Editor verwenden oder F5 drücken). Der Job erzeugt eine Datei mit Namen Metadata.xml, die manuell vom temporären Ordner, der im Infolog nach Beendigung angezeigt wird, nach C:\Program Files (x86)\Microsoft Dynamics AX 2012 Test Data Transfer Tool (Beta)\[Lists] kopiert werden muss.
Das Paket mit den CONTOSO Demo-Daten für AX 2012 R3 CU9 ist in PartnerSource respektive CustomerSource verfügbar. Es handelt sich um ein selbstextrahierendes Archiv, d. h. das Ausführen der heruntergeladenen .exe führt zum Entpacken der Daten – ich entpacke so etwas immer nach C:\Temp. Die Daten einspielen ist jetzt ganz einfach, dazu eine Kommandozeileneingabe (Command Prompt / cmd.exe) starten und
C:\Program Files (x86)\Microsoft Dynamics AX 2012 Test Data Transfer Tool (Beta)\DP.exe import C:\Temp\Contoso MicrosoftDynamicsAX
ausführen. Der Parameter MicrosoftDynamicsAX steht dabei für den Datenbanknamen.

Editor Extensions

Natürlich sollte man jetzt noch die X++ Editor Extensions installieren 🙂

Was noch fehlt

Was wir jetzt hier vorliegen haben, ist eine Art Minimalinstallation – je nach Bedarf wird man (und werde ich gegebenenfalls) noch folgende Komponenten hinzufügen:

  • SharePoint & Enterprise Portal
  • SharePoint / Search Server & Enterprise Search
  • Management Reporter
  • Help Server
  • Data Import Export Framework (DIXF)

Möchte man – wie ich – Entwicklungstätigkeiten nachgehen, so wird man die Einrichtung der Versionskontrolle vornehmen wollen. Wie das geht, kannst du im dritten Teil der Serie nachlesen.

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